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Die Kath. Kirchengemeinde St. Remigius in DO-Mengede
Unsere Gemeinde zählt zu den ältesten im Lande. Der Name des Kirchenpatrons könnte u.a. Aufschluss über das Entstehen
geben. Remigius, der "Apostel der Franken" genoss zusammen mit dem Hl.
Martin im fränkischen Königshaus und der Aristokratie eine besondere
Verehrung, die ihn in die Stellung eines "Reichsheiligen" aufrücken
ließ. In auffallender Parallelität wurden beiden Heiligen vom 7. bis
9. Jahrhundert Kirchen auf Königs- und Adelsgut geweiht. Das Gebiet
der Verehrung unseres Kirchenpatrons entsprach dem von der Fränkischen
Reichskultur erfassten Raum in vorkarolingischer Zeit, also vor 800.
Das könnte die Erklärung sein, weshalb Remigius-Patrozinien rechts des
Rheins alt und auch selten sind.
Mengede gehörte in alter Zeit zur Erzdiözese Köln. In dieser Erzdiözese
war Remigius rechtsrheinisch nur fünfmal als Kirchenpatron vertreten:
in Königswinter, Opladen, Wuppertal-Sonnborn, Wittlaer und Mengede.
Bis auf Sonnborn und Mengede liegen die Orte in Rheinnähe, deshalb ist
zu vermuten, dass es sich bei unserer Kirchengemeinde um eine fränkische
Etappenstation bei der Unterwerfung und Christianisierung des Sachsenlandes
gehandelt haben könnte die auf fränkischem Königsgut vor dem 9. Jh.
erbaut und später an geistliche Gemeinschaften verschenkt wurde. Dafür
spricht u.a. auch, dass nach dem Heberegister der Abtei Werden um diese
Zeit schon Abgaben aus Mengede bezogen wurden.
Erste Patronatsrechte hatten die Herren von Ardey. Mit Genehmigung
des Kölner Erzbischofs kam das Patronat über Jonathan von Ardey an das
Kloster Scheda. Papst Honorius II. bestätigte dieses durch Bulle vom
4. Januar 1222 und Papst Julius II. erneuerte es im Jahre 1511 ausdrücklich
"für ewige Zeiten".
Bis zur Reformation bestellte das Kloster Scheda jeweils die Pfarrstelle
und verlor 1675 endgültig das Patronat. Durch den "Kirchenstreit um
St. Remigius", der erst 1672 entschieden wurde, ging die alte St. Remigius
Kirche endgültig an die Protestanten. In Mengede verblieb nur ein "armseliges
katholisches Häufchen", das wuchs, als die Familie von Büren auf Haus
Mengede zum katholischen Glauben zurückfand und die kath. Gemeinde erheblich
unterstützte. Mit dem Grundbesitz waren auch die Patronatsrechte an
der kath. Kirchengemeinde verbunden. Das gute Verhältnis zwischen evangelischen und katholischen Christen
im Raum Mengede zeigte sich, als im Jahre 1837 die katholische Kirche
von Dieben geplündert wurde; sie entwendeten alle Gold- und Silbersachen
und erbrachen die Opferstöcke. Da die Kirchenkasse nicht in der Lage
war, den Schaden ohne fremde Hilfe zu ersetzen, spendeten viele Mengeder
Bürger, katholische wie evangelische. Unter den Spendern sind besonders
erwähnt: Freiherr Gisbert von Bodelschwingh-Plettenberg aus Haus Bodelschwingh,
Carl von Bodelschwingh-Plettenberg, königlicher Kammerherr zu Draies
im Rheingau, Erbdroste Graf Droste zu Vischering, die gnädige Frau Romberg
auf Brünninghausen.
Die Kirchengemeinde unterstand bis zur Bildung des Erzbistum Paderborn
1821 dem Kölner Erzbischof im Dekanat Wattenscheid. Ab 1832 gehörte
Mengede zu den 9 Pfarreien des Dekanats Dortmund und ab 1901 zum neu
gegründeten Dekanat Castrop. Diese Regelung hatte Bestand bis 1930,
denn zu diesem Zeitpunkt entstand die Bildung der heutigen Verwaltungseinrichtungen
mit der Zuordnung zum Dekanat Dortmund-West.
Die räumliche Ausdehnung war enorm. Mengede gehörte nach der Reformation
politisch zur Grafschaft Mark, doch zählten auch die auf dem Gebiet
der freien Reichsstadt Dortmund liegenden Bauernschaften Alt-Mengede,
Deusen, Ellinghausen, Groppenbruch und Schwieringhausen zur Mengeder
Pfarrkirche. Neben Gebietsveränderungen, z.B. 1968 zugunsten der Pfarrei
St. Lambertus in Castrop, wurden im Laufe der Jahre folgende inzwischen
selbständige Pfarreien aus dem Pfarrbezirk gelöst:
Heute deckt sich der Pfarrbezirk St. Remigius mit den Gemarkungen
Groppenbruch, Mengede, Östrich und Schwieringhausen und im Rahmen der
Pastoralverbünde werden zukünftig die Gemeinden Bodelschwingh, Mengede
und Nette zusammenarbeiten.
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