Gemeindesiegel


Die Kath. Kirchengemeinde St. Remigius in DO-Mengede

Unsere Gemeinde zählt zu den ältesten im Lande.
In einer Chronik von 1675 heißt es: "Wann dieses Kirchspiel gestiftet sei, ist aus keinerlei Nachricht zu wissen, nur das ist klar, dass dasselbe sehr alt sei". Erste Nachrichten gibt es seit 1111, denn nach einer Urkunde macht Grotehuß in diesem Jahr eine Schenkung an die Kirche zu Mengede.

Der Name des Kirchenpatrons könnte u.a. Aufschluss über das Entstehen geben. Remigius, der "Apostel der Franken" genoss zusammen mit dem Hl. Martin im fränkischen Königshaus und der Aristokratie eine besondere Verehrung, die ihn in die Stellung eines "Reichsheiligen" aufrücken ließ. In auffallender Parallelität wurden beiden Heiligen vom 7. bis 9. Jahrhundert Kirchen auf Königs- und Adelsgut geweiht. Das Gebiet der Verehrung unseres Kirchenpatrons entsprach dem von der Fränkischen Reichskultur erfassten Raum in vorkarolingischer Zeit, also vor 800. Das könnte die Erklärung sein, weshalb Remigius-Patrozinien rechts des Rheins alt und auch selten sind.

Mengede gehörte in alter Zeit zur Erzdiözese Köln. In dieser Erzdiözese war Remigius rechtsrheinisch nur fünfmal als Kirchenpatron vertreten: in Königswinter, Opladen, Wuppertal-Sonnborn, Wittlaer und Mengede. Bis auf Sonnborn und Mengede liegen die Orte in Rheinnähe, deshalb ist zu vermuten, dass es sich bei unserer Kirchengemeinde um eine fränkische Etappenstation bei der Unterwerfung und Christianisierung des Sachsenlandes gehandelt haben könnte die auf fränkischem Königsgut vor dem 9. Jh. erbaut und später an geistliche Gemeinschaften verschenkt wurde. Dafür spricht u.a. auch, dass nach dem Heberegister der Abtei Werden um diese Zeit schon Abgaben aus Mengede bezogen wurden.

Erste Patronatsrechte hatten die Herren von Ardey. Mit Genehmigung des Kölner Erzbischofs kam das Patronat über Jonathan von Ardey an das Kloster Scheda. Papst Honorius II. bestätigte dieses durch Bulle vom 4. Januar 1222 und Papst Julius II. erneuerte es im Jahre 1511 ausdrücklich "für ewige Zeiten".

Bis zur Reformation bestellte das Kloster Scheda jeweils die Pfarrstelle und verlor 1675 endgültig das Patronat. Durch den "Kirchenstreit um St. Remigius", der erst 1672 entschieden wurde, ging die alte St. Remigius Kirche endgültig an die Protestanten. In Mengede verblieb nur ein "armseliges katholisches Häufchen", das wuchs, als die Familie von Büren auf Haus Mengede zum katholischen Glauben zurückfand und die kath. Gemeinde erheblich unterstützte. Mit dem Grundbesitz waren auch die Patronatsrechte an der kath. Kirchengemeinde verbunden. Die kleine Gemeinde nutzte seit dieser Zeit die Kapelle von Haus Mengede bis 1676 in der heutigen Freihofstrasse. Ein eigenes kleines Kirchlein entstand das bis zum Bau der heutigen Kirche 1876 genutzt wurde. Im Jahre 1786 ordnete die Familie Droste zu Vischering, durch Erbfolge Besitzer von Haus Mengede, die Stiftungen der vergangenen Jahrhunderte, begründete das Patronat neu und achtete die Bestimmungen der Stiftungsurkunde bis zur Aufhebung Ende des 20. Jahrhunderts. Zur Erinnerung an die Schenkungen und Leistungen der Familie obliegt der Gemeinde die dauernde Pflege des Wegekreuzes an der Ecke Jonathanstrasse / Burgring dessen Grundstück neben vielen anderen Flächen in früheren Jahren der Kirchengemeinde 1992 von der Familie geschenkt wurde.

Das gute Verhältnis zwischen evangelischen und katholischen Christen im Raum Mengede zeigte sich, als im Jahre 1837 die katholische Kirche von Dieben geplündert wurde; sie entwendeten alle Gold- und Silbersachen und erbrachen die Opferstöcke. Da die Kirchenkasse nicht in der Lage war, den Schaden ohne fremde Hilfe zu ersetzen, spendeten viele Mengeder Bürger, katholische wie evangelische. Unter den Spendern sind besonders erwähnt: Freiherr Gisbert von Bodelschwingh-Plettenberg aus Haus Bodelschwingh, Carl von Bodelschwingh-Plettenberg, königlicher Kammerherr zu Draies im Rheingau, Erbdroste Graf Droste zu Vischering, die gnädige Frau Romberg auf Brünninghausen.

Die Kirchengemeinde unterstand bis zur Bildung des Erzbistum Paderborn 1821 dem Kölner Erzbischof im Dekanat Wattenscheid. Ab 1832 gehörte Mengede zu den 9 Pfarreien des Dekanats Dortmund und ab 1901 zum neu gegründeten Dekanat Castrop. Diese Regelung hatte Bestand bis 1930, denn zu diesem Zeitpunkt entstand die Bildung der heutigen Verwaltungseinrichtungen mit der Zuordnung zum Dekanat Dortmund-West.

Die räumliche Ausdehnung war enorm. Mengede gehörte nach der Reformation politisch zur Grafschaft Mark, doch zählten auch die auf dem Gebiet der freien Reichsstadt Dortmund liegenden Bauernschaften Alt-Mengede, Deusen, Ellinghausen, Groppenbruch und Schwieringhausen zur Mengeder Pfarrkirche. Neben Gebietsveränderungen, z.B. 1968 zugunsten der Pfarrei St. Lambertus in Castrop, wurden im Laufe der Jahre folgende inzwischen selbständige Pfarreien aus dem Pfarrbezirk gelöst:

  •   Herz Jesu Brambauer,1911
  •   St.Antonius Ickern,1919
  •   Mariä Heimsuchung Bodelschwingh,1922
  •   St.Stephanus Deusen,1926

Heute deckt sich der Pfarrbezirk St. Remigius mit den Gemarkungen Groppenbruch, Mengede, Östrich und Schwieringhausen und im Rahmen der Pastoralverbünde werden zukünftig die Gemeinden Bodelschwingh, Mengede und Nette zusammenarbeiten.